MEIN EM-ABENTEUER
Die Europameisterschaft der Optimisten in Gdynia, Polen, war für mich ein unvergessliches Erlebnis und zweifellos eines der Highlights meiner bisherigen Segelkarriere. Bereits eine Woche vor der anstehenden Regatta flog ich mit dem Schweizer Team nach Polen, um uns optimal vorzubereiten. Trotz einiger Schwierigkeiten mit unserer Unterkunft konnten wir eine intensive Trainingswoche absolvieren. Dabei erwarteten uns die unterschiedlichsten Windbedingungen. Von 5 bis 25 Knoten Wind war alles dabei. So konnten wir uns auf nahezu jede Situation einstellen.
Kurz vor der Regatta stand noch das Measurement an, bevor wir am Tag vor dem ersten Rennen unseren Booten den letzten Feinschliff gaben. Am selben Nachmittag gab es ein gemeinsames Teamprogramm, bevor am Abend die feierliche Eröffnungszeremonie stattfand. Gemeinsam mit Seglerinnen und Seglern aus ganz Europa einzulaufen, war ein ganz besonderer Moment und liess die Vorfreude auf die bevorstehenden Rennen nochmals steigen.
Die ersten drei Regattatage waren die Qualifying Series. Am ersten Tag gab es fast keinen Wind, weshalb nur die Jungen einen Lauf segeln konnten. Am zweiten Tag jedoch umso mehr, bis zu 30 Knoten Wind. Die Mädchen segelten drei Rennen, die Jungen nur zwei. Für mich war das ein besonders harter Tag, ich kenterte zweimal und konnte deshalb nicht die Resultate erzielen, die ich mir erhofft hatte. Auch am dritten Tag gab es wieder bis zu 30 Knoten Wind und wir konnten alle, drei Läufe absolvieren.
Nach den Qualifikationsrennen durfte ich mich über den Einzug in die Goldfleet freuen. Damit gehörte ich zu den besten Seglerinnen Europas und durfte mich in den Finalrennen mit der Spitze messen. Ein Ziel, auf das ich lange hingearbeitet hatte.
An beiden Finaltagen herrschte Leichtwind. Bedingungen, die mir gut liegen. Der erste Finaltag begann mit einem BFD und somit einem emotionalen Rückschlag. Am zweiten Finaltag konnte wegen des schwachen Windes nur ein Lauf gesegelt werden. Diesen beendete ich auf dem hervorragenden zweiten Platz, wodurch ich mich in der Gesamtwertung nochmals deutlich verbessern konnte.
Nach dem letzten Rennen folgte die Rangverkündigung. Kurz darauf traten wir mit vielen wertvollen Erfahrungen und unvergesslichen Erinnerungen die Heimreise an.
Am Ende belegte ich den 32. Platz bei den Mädchen. Trotz einiger schwieriger Momente bin ich mit meiner Leistung und meiner Entwicklung während dieser zwei Wochen sehr zufrieden und nehme wertvolle Erfahrungen mit.
Ein solches Erlebnis wäre ohne eine sorgfältige Vorbereitung, die Unterstützung meines Umfeldes und der finanzielle Hilfe meiner grosszügigen Sponsoren nicht möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar. Es erfüllt mich mit Stolz, die Schweiz an einer Europameisterschaft vertreten zu dürfen.
Enya